Unser Austauschseminar und Zwischenstandstreffen. Ein kurzer Bericht zum Stand des kommunistischen Klärungsprozesses

Wir haben uns mit einer großen Gruppe von Genossinnen und Genossen aus vielen Städten und den verschiedensten Teilen Deutschlands während der letzten Woche, vom 30. März bis 8. April, getroffen.

Um die Fortschritte in unserem Klärungsprozess und Organisationsaufbau transparent zu machen, erstatten wir im Folgenden einen kurzen Bericht von der vergangenen Woche.

Unser Treffen bestand aus zwei Teilen: Zunächst einem siebentägigen Austauschseminar zur Diskussion weltanschaulicher Fragen, dann einem Zwischenstandstreffen für primär organisatorische und organisationspolitische Fragen.

Während der Austauschwoche haben wir uns auf der Grundlage verschiedenster Texte zuerst mit den wissenschaftlichen Grundlagen unserer Arbeit, d.h. dem historischen und dialektischen Materialismus, dann mit der Politischen Ökonomie des Imperialismus, dem Trotzkismus, dem Maoismus, der marxistischen Staatstheorie, dem Begriff der Nation und der nationalen Frage, der Analyse der Ursachen der Konterrevolution in der UdSSR und schließlich dem Leninschen Parteikonzept und Ansätzen der Massenarbeit beschäftigt. Die Diskussion fand durchweg sehr produktiv, solidarisch und sachlich und auf sehr hohem wissenschaftlichem Niveau statt. Klar war bei alldem, dass es sich nur um einen ersten Aufschlag zur wissenschaftlichen Klärung zentraler Fragen handelt, die unserer Ansicht nach notwendigerweise geklärt werden müssen, um in Deutschland die kommunistische Partei zu schaffen. Aus der Diskussion ergaben sich viele offene Fragen und auch einige Diskussionen für die Zukunft haben sich bereits angedeutet. Wir haben uns dadurch in der letzten Woche alle weiterentwickelt und sind stärker zu einem Kollektiv zusammengewachsen. Die Dynamik war also sehr positiv und wir freuen uns alle schon sehr darauf, weiter in diese Richtung arbeiten zu können.

An den letzten zwei Tagen haben wir uns mit unseren nächsten organisatorischen Schritten beschäftigt. Das wichtigste Ergebnis: Der kommunistische Klärungsprozess wird sich Anfang Juni als Organisation mit klaren und festen Strukturen konstituieren. Diese Organisation wird natürlich noch nicht die kommunistische Partei sein, die wir im Ergebnis des Klärungsprozesses schaffen wollen. Sie wird aber den Klärungsprozess systematisch organisieren, die Praxis der Ortsgruppen kollektivieren und anleiten sowie mit dem Aufbau von Organisationsstrukturen beginnen, die die Grundlage der zukünftigen Partei sein werden. Es wird dann auch sehr viel einfacher werden, sich diesem Prozess anzuschließen.

Also: Es geht voran und es bleibt spannend!

Unser Selbstverständnis

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hier auf englisch: our orientation
hier auf spanisch: Nuestra autognosis

Das folgende Selbstverständnis teilen die Genossinnen und Genossen, die den Klärungsprozess organisieren und entscheidend prägen. Es dient als Voraussetzung, um mitentscheiden zu können. Es dient nicht als Voraussetzung zur Teilnahme an Diskussionen oder Veranstaltungen, die im Rahmen des Klärungsprozesses organisiert werden. Es umreißt die politischen Grundlagen, auf die wir uns geeinigt haben, und dient als Voraussetzung, um im Rahmen des Klärungsprozesses mitbestimmen zu können.

Wir sind Kommunistinnen und Kommunisten aus den verschiedensten Teilen Deutschlands, unsere gemeinsame weltanschauliche Basis ist der Marxismus-Leninismus. Unser Wille, diese gesellschaftlichen Verhältnissen revolutionär zu überwinden, resultiert aus der Einsicht, dass die Zustände, unter denen die Mehrheit der Menschen leidet, ihre Ursache in der kapitalistischen Produktionsweise und ihren gewaltsam eingerichteten Eigentumsverhältnissen haben und nicht auf dem Reformweg zu verändern sind.

Wir stellen fest, dass es in Deutschland heute keine konsequent revolutionäre kommunistische Partei gibt, die in der Lage wäre, Klassenkämpfe anzuführen, die Selbstorganisation der Arbeiterklasse voranzutreiben und ihr damit eine Perspektive zu geben. Einige von uns waren bisher in den bestehenden Organisationen der kommunistischen Bewegung der BRD organisiert, andere waren außerhalb dieser Organisationen politisch aktiv. Nun finden wir uns zusammen, um geplant, systematisch und zielgerichtet den Aufbau der kommunistischen Partei in Deutschland vorzubereiten. Die erfolgreiche Schaffung dieser revolutionären Organisation der Arbeiterklasse kann für uns jedoch nicht sofort erfolgen, sondern nur auf Basis einer Klärung der wichtigsten Fragen der kommunistischen Strategie und Praxis.

Die kommunistische Bewegung ist weltweit in einer tiefen Krise. Ursachen sind die Verbreitung revisionistischer Auffassungen und opportunistischer Konzepte in der Bewegung sowie der Sieg der Konterrevolution 1989/90, der nicht zuletzt auch ein Ergebnis des Revisionismus in der kommunistischen Bewegung ist. Die bestehenden Organisationen haben keine überzeugenden Antworten auf diese Krise zu bieten. Weitgehend versperren sie sich gegen eine kritische Infragestellung alter Konzepte und gegen eine daraus folgende revolutionäre Erneuerung. Versuche, diese Blockade zu durchbrechen, und sei es auch nur schrittweise und langfristig, müssen aus unserer Sicht heute als gescheitert betrachtet werden. Doch auch bisherige Versuche zur Schaffung einer neuen kommunistischen Partei in Deutschland sind gescheitert – auch deshalb, weil ihnen eine wissenschaftliche Analyse über die Ursachen der Krise der Bewegung fehlte und sie deshalb nicht konsequent mit Revisionismus und Opportunismus brechen konnten. Die Geschichte und Erfahrung dieser gescheiterten Versuche gilt es wissenschaftlich aufzuarbeiten. Des Weiteren besteht für uns u.A. dringender Klärungsbedarf in der aktuellen Imperialismusanalyse, in der Frage nach Klassenlage und Bewusstseinsstand, sowie der Frage nach der Rolle der Gewerkschaften und unserem Verhältnis zu ihnen. Diese und andere Problematiken sollen im Klärungsprozess zur Diskussion gestellt werden. Die Diskussion soll aber keinen rein theoretischen Charakter haben, sondern ist darauf ausgerichtet, auch die praktischen Voraussetzungen für den Aufbau der kommunistischen Partei zu schaffen.

Der Klärungsprozess steht allen offen, die unsere Ziele teilen. Auch Genossinnen und Genossen, die weiterhin Mitglieder bestehender Organisationen sind, können sich an dem Prozess beteiligen. Doch unsere Offenheit kennt auch Grenzen, die sich aus Grund und Charakter des Prozesses ergeben. Wir wollen daher schon jetzt ein paar gemeinsame Standpunkte festhalten, die dem Prozess als Leitplanken dienen sollen.

Erstens: Wir sind uns einig, dass wir keinen rein theoretischen Klärungsprozess wollen, sondern diesen mit einem praktischen Aufbauprozess verbinden wollen. Wir werden uns im Klärungsprozess theoretisch mit kommunistischer Praxis beschäftigen, um daraus unsere Praxis zu analysieren und neue Konzepte für diese – und den Aufbau klassenorientierter Massenorganisationen und Bewegungen – abzuleiten.

Zweitens: Wir lehnen die verschiedenen Spielarten des Opportunismus und Revisionismus wie zum Beispiel den Trotzkismus und Maoismus ab. Deren Form, Wesen und Funktion wollen wir in Zukunft näher analysieren. Wir wenden uns gegen alle ideologischen Konzepte, die die Rolle der Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt, der Kommunistischen Partei als Avantgarde derselben und die Notwendigkeit der Diktatur des Proletariats als einzig mögliche Form des Übergangs zur klassenlosen Gesellschaft verneinen. Wir betrachten den demokratischen Zentralismus als das notwendige Organisationsprinzip der Revolutionäre und lehnen Fraktionierung wie auch entristische Unterwanderung ab. Ferner betrachten wir es als eine Notwendigkeit, dass die Kommunistische Partei in der Lage ist, sämtliche Kampfformen anzuwenden. Die Errungenschaften der bisherigen sozialistischen Revolutionen sind feste Bezugspunkte unserer Arbeit. Wir wenden uns gegen Positionen, die den real existierenden Sozialismus ablehnen und der Sowjetunion feindlich gegenüberstehen und sie beispielsweise als „sozialimperialistisch“ oder  „staatskapitalistisch“ verunglimpfen. Den antikommunistischen Kampfbegriff des „Stalinismus“ lehnen wir ab.

Drittens: Ein entscheidender Grund für den Beginn des Klärungsprozesses ist die Ablehnung der Strategie der „antimonopolistischen Übergänge“ oder ähnlicher Vorstellungen einer „demokratischen Zwischenetappe“ zum Sozialismus. Wir sind im Gegensatz dazu der Auffassung, dass der Sozialismus nicht über Zwischenetappen erkämpft werden kann, sondern die sozialistische Revolution bereits heute unmittelbar als nächstes strategisches Ziel gesetzt werden muss. Die Vorstellungen auf dem Weg der Reformen den Kapitalismus überwinden zu können, hat sich schmerzlich als gefährlicher Opportunismus herausgestellt. Kämpfe zur Verbesserung der Lebenslage sind für uns ein Mittel die Massen zu organisieren und Klassenbewusstsein zu verbreiten, aber kein Selbstzweck.

Viertens: Wir vertreten die Einschätzung, dass die Sozialdemokratie in der Arbeiterbewegung die Funktion inne hat, revolutionäre Potentiale in Richtung einer Systemintegration umzuleiten. Ihr ideologischer und institutioneller Einfluss und daraus folgend ihre systemstabilisierende, also konterrevolutionäre Rolle bestimmt unsere unversöhnliche Haltung ihr gegenüber.

Fünftens: Wir vertreten die Einschätzung, dass ein solcher Klärungsprozess nicht innerhalb der bestehenden Organisationen organisiert werden kann und sich daher eine davon unabhängige Form suchen muss.

Our Orientation

The Communist Construction and Clarification Process – Our Orientation

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The following orientation is shared by those comrades active in the organization and direction of the Clarification Process. It does not serve as a set of conditions dictating participation in discussions or events that are to be organized in the scope of the Clarification Process. Rather, it outlines our collectively defined fundamental principals, and serves both as a premise for the directional determination of the Clarification Process, and as an outline for individual participation in its organization and direction.

We are communists from all corners of Germany – our collective worldview is based onMarxism-Leninism. Our desire for a revolutionary breach with modern societal conditions stems from the understanding that the current state of affairs under which the majority of people suffer has its roots in the capitalist mode of production and its violent defense of capitalist property relations – and that these factualities cannot be resolved through simple reform.

We declare that there exists no resolutely revolutionary communist party in Germany able to lead the class struggle, promote the self-organization of the working class, and give the working class the perspective that it desires. Many of us have, until now, struggled within the ranks of the existing organizations of the communist movement in the Federal Republic of Germany; others have been politically active independent of these organizations. We find ourselves together today to commence planned, systematic, and focused preparations for the construction of a communist party in Germany. The successful creation of this revolutionary organization of the working class cannot take place immediately however: its formation must be based upon the clarification of the most burning questions of modern communist strategy and praxis.

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El proceso de aclaración y construcción comunista – Nuestra autognosis

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La siguiente autognosis está compartida por l@s compañer@s, que organizan y caracterizan el proceso de aclaración. Esta sirve como la condición básica para participar en las decisiones dentro del proceso. No es condición para la participación en discusiones y actos, los cuales están organizados en el entorno del proceso de aclaración. Esboza los fundamentos políticos, de las cuales nos pusimos de acuerdo.

Somos comunistas de diferentes partes de Alemana, nuestro fundamento ideológico común es el marxismo-leninismo. Nuestra voluntad de superar las condiciones sociales de una manera revolucionaria, resulta de la comprensión, de que las circunstancias, bajo las cuales la mayoría del pueblo sufre, tienen sus raíces en el modo de producción capitalista y sus relaciones de propiedad que se establecen a la fuerza y que no pueden ser cambiados a través de un camino de reformas.

Constatamos, que actualmente no hay un partido consecuentemente revolucionario y comunista en Alemania, que podría encabezar las luchas de clase, propulsar la auto-organización de la clase obrera y darle una perspectiva real con esto. Hasta ahora, algunos de nosotros formabamos parte de las organizaciones existentes del movimiento comunista en Alemania, otros estaban políticamente activos fuera de estas organizaciones. Desde ahora nos juntamos para preparar la construcción planificada, sistemática y resuelta del partido comunista en Alemania. Sin embargo, la construcción exitosa de esta organización revolucionaria del proletariado, no puede realizarse ahora mismo, sino solamente basado en una aclaración de las cuestiones de la estrategia y práctica comunista.

El movimiento comunista está en una crisis profunda a nivel mundial. Las causas para aquello son la propagación de opiniones revisionistas y conceptos oportunistas en el movimiento así como la victoria de la contrarrevolución 1989/90, la cual es también un producto del revisionismo en el movimiento comunista. Las organizaciones existentes no tienen para ofrecer una respuesta convincente para este crisis. En su mayor parte se niegan a efectuar un análisis crítico de conceptos obsoletos, lo que atenta contra el renacimiento revolucionario. Intentos de quebrantar este bloqueo, ya sea de manera gradual y a largo plazo, deben considerarse como un fracaso desde nuestro punto de vista hoy. Pero también los intentos de la construcción de un nuevo partido comunista han fallado hasta ahora debido a que no tenían un análisis científico acerca de las causes de la crisis del movimiento y por ese motivo no podían romper consecuentemente con el revisionismo y oportunismo. Hay que analizar científicamente la historia y las experiencias de estos intentos fallados. Además, entre otros temas, hay una necesidad de aclaración urgente en el análisis del imperialismo actual, en la cuestión de la situación de la clase y el nivel de conciencia, así como la cuestión de los sindicatos y nuestra relación hacia ellos. Esta y otras problemáticas deben ser puestas en la mesa para discutir en el proceso de aclaración. Pero la discusión no debe tener un carácter solamente teórico, sino estar enfocada también en la creación de las condiciones prácticas para la construcción del partido comunista.

El proceso de aclaración esta abierto para todos que comparten nuestros objetivos. También l@s compañer@s, que siguen formando parte de una organización existente, pueden participar en el proceso. Pero nuestra apertura también tiene limites, que resultan de causa y carácter del proceso. Por eso ya queremos fijar algunos posiciones comunes, que deben servir como vallas protectoras.

Primero: Estamos de acuerdo, que no queremos un proceso de aclaración  solamente teórico, sino queremos unirle con un proceso de construcción práctica. En el proceso de aclaración, vamos a ocuparnos teoréticamente con la práctica comunista para analizar nuestra práctica y derivar nuevos conceptos para esta – y para la creación de organizaciones de masas y movimientos orientadas a la clase obrera.

Segundo: Rechazamos las diferentes variantes del oportunismo y revisionismo así como el trotskismo y el maoísmo. Queremos analizar sus formas, carácteres y funciones con más detalle en el futuro. Nos oponemos a todos los conceptos ideológicos, que niegan el papel del proletariado como sujeto revolucionario, el partido comunista como vanguardia del proletariado y la necesidad de la dictadura del proletariado como única forma posible del paso a una sociedad sin clases. Consideramos el centralismo democrático como el principio de organización necesario de los revolucionarios y rechazamos el fraccionamiento y la infiltración como el entrismo. Aparte de eso consideramos como una necesidad, que el partido comunista sea capaz de recurrir a todas las formas de lucha. Las conquistas de las revoluciones socialistas precedentes son puntos de referencia fijos para nuestro trabajo. Nos oponemos a todas las posiciones, que rechazan el socialismo existente real y se enfrentan a la unión soviética hostilmente y que la difaman como “social-imperialista” o “capitalismo de estado”. Rechazamos el término “estalinismo” por ser un grito de guerra anticomunista.

Tercero: Una razón decisiva para el comienzo del proceso de aclaración es el rechazo de la estrategia de los “periodos transitorios antimonopolistas” o parecidas imaginaciones de una etapa democrática entre el capitalismo y el socialismo. En oposición a esto, opinamos que no se puede conseguir el socialismo con otras etapas estratégicas antes, sino con la revolución socialista, esta revolución socialista es el próximo objetivo estratégico. La imaginación que se podría superar el capitalismo por el camino de las reformas, se ha comprobado dolorosamente como oportunismo peligroso. Para nosotros, las luchas para el mejoramiento de la situación de la vida son un medio para organizar la clase y para difundir conciencia de clase, pero esto no tiene la finalidad en sí mismo.

Cuarto: Consideramos que la socialdemocracia tiene la función de desviar las potenciales revolucionarias del movimiento trabajador en la dirección de una integración al sistema. La socialdemocrácia, mediante su influencia ideológica e institucional da como resultado una estabilización del sistema, por consiguiente su papel contrarrevolucionario determina nuestra actitud irreconciliable hacia ella.

Quinto: Consideramos que tal proceso no puede estar organizado dentro de las organizaciones existentes y por eso tiene que buscarse una forma independiente de ellas.